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Neue Schneckenart in Südengland entdeckt 13.12.2011

Neue Schneckenart vor Südenglands Küste entdeckt

Frankfurt am Main, den 13. Dezember 2011. Ein Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) hat gemeinsam mit einem deutschen Kollegen  vor der Küste Cornwalls gefundene Schnecken als neue Art erkannt und erstmals beschrieben. Wie die Forscher in der Titelgeschichte des Fachmagazins „Molluscan Research“ berichteten, handelt es sich um eine Eischneckenart, die als Parasit auf einer temperaturempfindlichen Fächerkorallenart lebt. Aus dem Auftreten der Schnecken könnten daher Informationen über den Zustand mariner Lebensräume gewonnen werden.

Ein orange-glänzendes Gehäuse und darüber ein braun gestreifter, transparenter Mantel – so sieht sie aus, die neu entdeckte Atlantikbewohnerin. Dabei war zunächst unklar, ob es sich bei der Schnecke Simnia hiscocki tatsächlich um eine eigene Art handelt. Eine Analyse  von Gehäuse und Mundwerkzeugen brachte ans Licht, dass es um eine bisher unbeschriebene Art aus der Familie der Eischnecken (Ovulidae) handelt. Eine ebenfalls vor der Küste Cornwalls, den Isles of Scilly und im Atlantik vor der französischen Küste vorkommende Schwesterart wurde bereits Ende des 18. Jahrhunderts beschrieben. Dass die mit circa zwei Zentimetern als groß geltende Schnecke bisher nicht aufgefallen ist, ist eher ungewöhnlich. „Die biologische Vielfalt der europäischen Gewässer ist eigentlich gut erforscht, es werden nur noch selten neue Spezies dieser Größe entdeckt. Dieser Fund zeigt, dass es sich noch immer lohnt, die marine Biodiversität Europas genauer zu untersuchen.“ so Dr. Christian Melaun, Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), einer der Leitautoren der Beschreibung.

Mitbewohner auf Fächerkoralle
Eischnecken sind Parasiten, die auf der Außenseite von Weichkorallen leben. Die Schneckenarten dieser Familie sind vornehmlich in tropischen und subtropischen Gewässern zu finden; nur wenige kommen in kälteren Gewässern vor. Während andere Arten aus der Familie mehrere Weichkorallenarten besiedeln können, hat sich Simnia hiscocki auf die pinkfarbene, circa 20 Meter unter der Wasseroberfläche lebende, Warzige Fächerkoralle spezialisiert. Diese eindeutige Präferenz für einen Wirt diente ebenfalls als Abgrenzungsmerkmal zu Schwesternarten. Der Klimawandel führt dazu, dass sich die durchschnittliche Wassertemperatur der Ozeane langsam aber stetig erhöht. Weichkorallen, wie die Warzige Fächerkoralle, reagieren jedoch sehr empfindlich auf Wassertemperaturen oberhalb einer gewissen Toleranzschwelle.

Indikator für Veränderungen in marinen Lebensräumen
Je ungünstiger die Umweltbedingungen, desto höher ist auch die Anfälligkeit der Weichkorallen für Parasiten und damit für die neue beschriebene Schnecke. Je schlechter es der Warzigen Fächerkoralle geht, desto stärker könnte sie also durch die Schnecken besiedelt werden – so die These der Forscher. Laut Melaun könnte daher die Erhebung des Auftretens und der Anzahl von Eischnecken, die sich auf einen bestimmten Wirt spezialisiert haben, ein vielversprechender Beitrag zum Monitoring von Umweltfaktoren wie Verschmutzung und Klimawandel sein.


800 seltene Schnecken erfroren 13.11.2011

Sie waren eingesammelt worden, um ihre Art vor dem Aussterben zu bewahren: In Neuseeland sind 800 seltene Schnecken im Gewahrsam einer Behörde erfroren - ein Thermostat war ausgefallen. Forscher sind entsetzt.... Wellington - In Neuseeland sind 800 seltene Schnecken erfroren. Sie waren zuvor von den Umweltbehörden eigens gerettet worden, um sie vor dem Aussterben zu bewahren. Ein Thermostat in einem Kühlraum, in dem die Tiere wegen eines Brutprogramms gehalten wurden, versagte, berichtete die Umweltbehörde am Donnerstag. Die Riesenschnecken der Art Powelliphanta Augustus können so groß werden wie eine Männerfaust und gelten deshalb als "Sumo-Ringer unter den Schnecken".Die Schnecken lebten bis 2007 ausschließlich auf einer Bergkette nordöstlich von Westport auf der Südinsel. Umweltschützer sahen ihr Überleben gefährdet, als dort ein Kohlebergwerk geplant wurde. Die Behörde ließ die Exemplare deshalb einsammeln. 4000 wurden anderswo ausgesetzt, 1600 kamen in das Brutprogramm in ein Labor der Umweltbehörde in Hokitika südlich von Greymouth. Ein Thermostat sollte die Temperatur in dem Kühlraum auf etwa zehn Grad halten. Es versagte aber, teilte die Behörde mit. Etwa die Hälfte der Schnecken erfror bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. "Wir sind am Boden zerstört", sagte der für die Kühlräume zuständige technische Leiter der Behörde, John Lyall, Radio Neuseeland. Die Mitarbeiter hoffen, den Verlust durch das ansonsten erfolgreiche Brutprogramm in einigen Jahren wettzumachen.

 
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